Kindersitzpflicht – Gesetzliche Vorschriften! Ab welchem Alter braucht mein Kind keinen Kindersitz mehr?

Unbenannt-10Der Kindersitz, der auch Rückhalteeinrichtung für Kinder genannt wird, unterliegt bestimmten gesetzlichen Bestimmungen, welche die bestmögliche Sicherheit des Kindes während einer Autofahrt garantieren soll. Pflicht- und sicherheitsbewusste Eltern achten somit auf eine Sitzgelegenheit für Kinder, die dem Alter, dem Körpergewicht und der Größe des zu befördernden Kindes angepasst ist.

Diese Sicherheit bei der Autofahrt wird zum einen mit Rückhaltesicherungen für das Kind, wie auch mit speziellen und unterschiedlichen Befestigungssystemen des Sitzes garantiert. Das erste Modell dieser Art entwickelte die Firma Storchenmühle im Jahre 1963.

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Mittlerweile hat sich mit dem Reboard-Sitz und mit dem 2001 eingeführten Isofix-Befestigungssystem Einiges in diesem Bereich getan. Seit April 1993 ist das Mitführen von Kindern in Kraftfahrzeugen sogar nach § 21 StVO gesetzlich geregelt.

Demnach müssen Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr und einer Körpergröße von bis zu 150 Zentimetern in Fahrzeugen, bei denen die Verwendung von Sicherheitsgurten vorgeschrieben ist, mit Rückhaltesystemen bzw. Kindersitzen gesichert sein.

Das Isofix-Befestigungssystem mindert zudem einen fehlerhaften Einbau der Kindersitze um bis zu 29 %, eine der Todesfolgen für Kinder im Straßenverkehr. Eine amtliche Genehmigung erfolgt nach ECE-Richtlinien mit der Nummernvergabe 44 oder 129.

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ECE-Regelung Nummer 44

Kategorie 1 im Kindersitz TestKindersitze nach ECE-Regelung Nummer 44 unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Befestigung in:

  • Befestigung in speziellen Fahrzeugen z. B. der Land- und Forstwirtschaft.
  • Befestigung Semi-Universal – Verwendung mit dem Isofix-Befestigungssystem.
  • Eingeschränkte Befestigung über den Drei-Punkt-Sicherheitsgurt mit spezieller Sitzposition.
  • Universal Befestigung, welche über den Erwachsenengurt in den meisten Positionen geeignet ist.

Des Weiteren werden die Kindersitze in gewissen Typen-Gruppen (Gewichtsklassen) unterschieden:

  • Gruppe 0+ (früher nur 0) – bis 13 Kilogramm Körpergewicht – Befestigung ist nur entgegen der Fahrtrichtung erlaubt.
  • Gruppe I – 9 bis 18 Kilogramm Körpergewicht – Befestigung mit und entgegen der Fahrtrichtung erlaubt.
  • Gruppe II – 15 bis 25 Kilogramm Körpergewicht – Befestigung mit Sitzerhöhung oder Befestigung mit und gegen die Fahrtrichtung erlaubt. Bei einer Isofix-Befestigung nur mit der Fahrtrichtung genehmigt.
  • Gruppe III – 22 bis 36 Kilogramm Körpergewicht – Befestigung mit ausschließlich Sitzerhöhung möglich. Bei der Isofix-Befestigung nur in Fahrtrichtung zugelassen.

Seit April 2008 dürfen nur noch Kindersitze zum Einsatz kommen, die nach ECE Nummer 44 erlaubt sind.

Erkennbar ist dies beim Kauf eines Kindersitzes an den ersten beiden Ziffern der Zulassungsnummer, die achtstellig ist. Diese Nummer finden Sie auf dem orangefarbenen ECE-Prüfsiegel. Hier müssen die Nummer 03 und 04 stehen, dann ist der Sitz zulässig. Bei den Nummern 01 und 02 gilt der Sitz als veraltet.

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Empfehlung des Deutschen Verkehrssicherheitsrates

Sitz5Der DVR empfiehlt sicherheitsbewussten Eltern drei Gruppen von Kindersitzen im Laufe des Lebens eines Kindes. Zunächst einmal die Babyschale nach der Geburt. Hier gibt es zum rückwärtigen Transport keinerlei Alternativen und zu klein wird die Babyschale, wenn der Kopf des Kindes über den oberen Rand hinausragt (ca. im 9. Monat).

Dann muss ein Sitz für Kleinkinder her, also der Gruppe I, der bis zum Alter von ca. 4 Jahren ausreichend ist. Idealerweise wird hier die rückwärtsgerichtete Lösung nahe gelegt. Als zweitbeste Lösung ist ein Kindersitz mit Spieltisch (Fangkörper) sowie eine 5-Punkt-Gurtsicherung angeraten.

Für Schulkinder und größere Kinder ist danach ein Sitz der Gruppen II und III empfohlen. Hier sitzen Kinder von 4 Jahren bis ca. 12 Jahren oder einer Körpergröße von bis zu 150 Zentimetern sicher, denn sie sitzen in einem speziellen Sitz, der ähnlich eines Airbags gegen Seiten- und Frontalaufprall schützt. Von sogenannten einfachen Sitzerhöhungen rät das DVR gänzlich ab.

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Weltweite Norm – ECE-Nummer 129

Seit einiger Zeit ist bekannt, dass Kinder schneller größer werden, als das Gewichtslimit der Kindersitze dies zulässt. So ist seit Juli 2013 eine neue Regelung geschaffen worden, die mittlerweile von über 60 Ländern aufgenommen wurde.

Diese Regelung setzt eine Isofix-Befestigung voraus und richtet sich nach der Größe des Kindes. Hersteller bestimmen diese Größeneinteilung selbst. Diese Regelung wird zukünftig die ECE-Richtlinie Nummer 44 ersetzen.

Diese neue Einteilung nach Körpergröße lautet dann wie folgt:

Bisher wird von den deutschen Herstellern jedoch nur ein Sitz der Klasse Q 3 mit Stützfuß und Isofix-Befestigung angeboten (Stand Ende 2014).

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Fazit zur rechtlichen Seite von Kindersitzen

Unbenannt-8Vom rechtlichen Standpunkt aus gesehen, dürfen Kinder nur in einem speziellen Kindersitz befördert werden, wenn dieser der Größe, dem Alter und dem Körpergewicht des Kindes entspricht. Auch muss der Sitz altersgerecht befestigt und im Fahrzeug ausgerichtet sein.

Bis zu einem Körpergewicht von 18 Kilogramm oder einem Alter des Kindes von bis zu 4 Jahren sollte der Sitz zur bestmöglichen Sicherheit immer rückwärtig zur Fahrtrichtung untergebracht werden. Sicherheitsbewusste Eltern sorgen für ausreichend Schutz für den Schulter-, den Kopf- sowie den Halsbereich und setzen auf verstellbare Rückhaltesysteme, die ausreichend Schutz vor Seitenaufprall- und Frontalaufprall-Unfällen besitzen.

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